Das Kreuz mit den Länderspielen und Europa

Nicht immer kommen die Spieler gesund von ihren Einsätzen für die Nationalmannschaft zum Club zurück.

Diesmal hat es zum Beispiel Fernando Torres, den spanischen Stürmer vom FC Liverpool, erwischt. Er musste im Spiel gegen Belgien schon nach 16 Minuten mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden. Eine genaue Untersuchung in Liverpool bestätigte gestern einen kleinen Muskelriss; Torres wird für die nächsten 10-15 Tage ausfallen. Auch Ryan Babel kehrte angeschlagen zu den ‹Reds› zurück. Der Holländer verliess das Spielfeld am Mittwoch nach einem Tackling des Norwegers Morten Gamst Pedersen nach 26 Minuten humpelnd. Er hat einen verstauchten Fuss und kann sicher am Wochenende nicht spielen.

Gelegen kommen solche Ausfälle natürlich nie, aber Liverpool hat ein gedrängtes Programm vor sich: Am Sonntag Samstag spielen die ‹Reds› gegen Wigan Athletic, und am kommenden Mittwoch ist das Champions-League-Match gegen Atlético Madrid, bevor es am 26. Oktober zu Chelsea nach London geht. So mancher Liverpool-Fan ist also verständlicherweise momentan schlecht auf die WM-Qualifikation zu sprechen.

Man ist sowieso gerade sauer auf ‹Europa›, denn die UEFA hat am Dienstag einen äusserst unglücklichen Entscheid gefällt: Gegen Atlético de Madrid wurde die Strafe verhängt, die nächsten zwei UEFA-Club-Spiele auf neutralem Grund (mindestens 300 Kilometer von Madrid entfernt) auszutragen (plus ein drittes Spiel auf Bewährung). Ausserdem muss der Club eine Strafe von 150′000 Euro bezahlen. Diese Massnahmen sind die Strafe für «eine fehlerhafte Organisation beim Spiel gegen Olympique de Marseille – dadurch kam es zu Ausschreitungen –» am 1. Oktober.

Schön und gut, wir alle wollen ja, dass Strafen verhängt werden, wenn die Anhänger eines Clubs negativ auffallen oder die Organisation zu wünschen übrig lässt. Nur war der Entscheid der Stadionsperre in diesem Fall einfach zu kurzfristig angesetzt. Die Liverpool-Fans schäumten, denn rund 6′000 von ihnen hatten geplant, nach Madrid ans Spiel zu reisen. Die meisten Flüge waren gebucht und die Hotelzimmer reserviert, als die UEFA ihre Massnahmen bekannt gab. Die Football Association bat darum die UEFA, die Sache noch einmal zu überdenken. Nun hat die UEFA ihren Fehler eingesehen und die Sperre einen Monat hinausgeschoben. Sie soll am 26. November beginnen, wenn Atlético gegen den PSV Eindhoven spielt.

Enrique Cerezo, der Präsident von Atlético de Madrid, glaubt übrigens, dass sein Club zu Unrecht bestraft wird. Atlético müsse für ein altes Problem, welche die UEFA mit der spanischen Polizei habe, den Kopf hinhalten. Die offizielle Website der ‹Rojiblancos› liefert zudem eine erstaunliche Erklärung für die rassistischen Beleidigungen ihrer ‹Fans› gegenüber den Marseille-Spielern: Sie hätten vermutlich die wiederholten Anfeuerungsrufe der Atlético-Supporter für ihren Angreifer Kun Agüero «Kun, Kun, Kun, Kun, Kun …» mit Affengeräuschen verwechselt.

Interessanterweise hat aber auch Atlético-Coach Javier Aguirre eine Strafe erhalten, weil er einen Marseille-Spieler beleidigt haben soll. (Vermutlich hat der auch etwas missverstanden.) Aguirre muss sich die nächsten beiden Champions-League-Spiele (beide gegen Liverpool) von der Tribüne aus ansehen und darf keinerlei Kontakt zum Team haben.

Bei Atlético Madrid ist man sich keinerlei Schuld bewusst und glaubt fest daran, dass sich alle Vorwürfe entkräften lassen werden.

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One Comment

  1. Posted October 17, 2008 at 21:24 | Permalink

    da kann man sich nurn noch an den kopf fassen.

  • Letzte Kommentare

    • Stefan (bayer04blog): Das Spiel findet schon in elf Tage statt. Ist da ein Torres schon aus’m Urlaub?
    • Monsieur Constantin: Merci beaucoup… ich hatte natürlich gehofft hier auf Experten und einen zukünftigen...
    • JimBobIII: Gratuliere und Maximum Respekt, Herr/Frau Constantin, und grmbl grmbl weil so machen Tippspiele einfach...
    • Shearer: Punkt 3 muss natürlich weg. In unserer Winterpause will ich in England Fussball schauen gehen. Nämlich!
    • häck: 12. Torhüternachwuchs fördern.