Schreckgespenst

Heute Abend empfangen die Bolton Wanderers Arsenal für das Wiederholungsspiel der vierten Runde im FA Cup.

Bogey team nennen die Engländer einen Angstgegner, und Bolton ist in den letzten Jahren eindeutig zum Schreckgespenst der ‹Gunners› geworden. In den letzten acht Begegnungen ging Arsenal nur einmal siegreich vom Platz. Früher erreichten die ‹Trotters› die positiven Resultate vorwiegend mit Hilfe von sehr viel Härte, aber in dieser Saison haben sie durchaus ansehnlichen Fussball gezeigt. Coach Sam Allardyce freut sich über die Dominanz:

Taktisch wissen wir, wie wir sie schlagen können. Man muss cleverer sein als sie; wir wissen genau, was wir zu tun haben.

Arsenal-Trainer Arsene Wenger gibt nicht gerne zu, dass Bolton seinem Team Mühe bereitet:

Man könnte Bolton als unseren Angstgegner bezeichnen, aber ich empfinde das nicht so. Sie nutzten einfach unsere Schwachstellen aus, aber ich betrachte einen Gegner nie als unschlagbar.

Ein Sieg heute Abend im Reebok Stadium würde dem Franzosen eine riesige Genugtuung verschaffen. Wenger, der sich mit einigen Trainerkollegen schwertut, steht mit Allardyce besonders auf Kriegsfuss. Der Stil der beiden Manager könnte auf dem Platz auch kaum unterschiedlicher sein. Während Wenger als Purist im Fussball gilt, der das flüssige Direktspiel pflegt, hat Allardyce nie verheimlicht, dass ihm jedes Mittel recht ist, wenn es zum Sieg führt.

Obwohl Wenger sich gerne weltmännisch zeigt, ist er lange nicht so cool, wie er wohl gerne wäre. Immer wieder lässt er sich provozieren und zu einem Verhalten oder zu Äusserungen verleiten, die wenig souverän wirken. Allardyce weiss das natürlich auch und hat gestern Abend schon einmal angefangen zu sticheln, indem er Arsenal der Doppelmoral beschuldigt hat: Arsenal würde mit den genau gleichen Tricks arbeiten wie jedes andere Team auch.

Wenger hatte am Sonntag Wigan beschuldigt, Zeit zu schinden. Man kann von Allardyce halten, was man will, aber in diesem Fall hat er recht: Die ‹Gunners› spielen zwar tollen Fussball, aber man sieht bei ihnen nicht weniger Schwalben, vorgetäuschte Verletzungen und Zeitverzögerungen als bei jeder anderen Mannschaft. Und wenn Wenger andere Teams solcher Taktiken beschuldigt, wirkt das sehr scheinheilig.

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  • Letzte Kommentare

    • Stefan (bayer04blog): Das Spiel findet schon in elf Tage statt. Ist da ein Torres schon aus’m Urlaub?
    • Monsieur Constantin: Merci beaucoup… ich hatte natürlich gehofft hier auf Experten und einen zukünftigen...
    • JimBobIII: Gratuliere und Maximum Respekt, Herr/Frau Constantin, und grmbl grmbl weil so machen Tippspiele einfach...
    • Shearer: Punkt 3 muss natürlich weg. In unserer Winterpause will ich in England Fussball schauen gehen. Nämlich!
    • häck: 12. Torhüternachwuchs fördern.